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Textbrowser – Links2, Lynx, w3m, ELinks

Mittels Textbrowsern kann man auch auf Headless-Systemen (Server, ...) im Web surfen. Der wohl bekannteste dieser Art ist Lynx. Die Textbrowser ELinks und Links2 sind jeweils Abspaltungen von dem bereits 1999 veröffentlichten Links.

Im folgenden Post werde ich auf dies Textbrowser Links2, Lynx, w3m, ELinks eingehen und zeigen, wofür man jene verwenden kann. Dieser Post soll nur eine kleine Übersicht über die Verwendung und Benutzung dieser Textbrowser liefern.

All diese Textbrowser werden via Tastatur bzw. bei einigen auch via Maus bedient.

 

Links2

Links2 ( Projektseite, Wikipedia) besitzt unter anderem einen Grafikmodus. Auch sei erwähnt, dass jener Tabellenstrukturen darstellen kann, was Lynx beispielsweise nicht unterstützt. Auch ist die Nutzung einer Maus möglich.

Links2 kann unter Ubuntu wie folgt installiert werden:

~$ sudo apt-get install links2     #Grundpaket
~$ sudo apt-get install gpm        #zur Steuerung mit der Maus (optional)

 

Den Textbrowser nutzt man wie folgt:

~$ links2 [url]                               #Syntax
~$ links2 http://mein.homelinux.com      #Beispiel

 

Über die Escape-Taste [Esc] lässt sich ein Menü öffnen, in welchem sich unter anderem auch ein Menüpunkt für laufende Downloads befindet. So könnte man diesen Textbrowser auch als Downloadmanager für Headless-Systeme nutzen.

 

Der Grafikmodus von Links2 sei ebenfalls zu erwähnen (X-Server/Framebuffer benötigt):

~$ links2 -g [url]                              #Syntax
~$ links2 -g http://mein.homelinux.com #Beispiel

Jener sieht in diesem Fall wie folgt aus:

 

Weitere mögliche Optionen lassen sich über die Manpages von Links2 abfragen:

~$ man links2

 

 

Lynx

Dieser Textbrowser (Projektseite, Wikipedia) ist der bekannteste und wohl älteste in meiner Auswahl. Allerdings unterstützt er meines Wissens weder Tabellenstrukturen noch einen graphischen Modus, wie ihn Links2 vorlegt.

Die Installation funktioniert wie gewohnt:

~$ sudo apt-get install lynx

 

Auch die Benutzung ähnelt stark der von Links2 (Lynx diente als Vorbild für Links und somit Links2):

~$ lynx [url]                                #Syntax
~$ lynx http://mein.homelinux.com      #Beispiel

 

Was mir besonders gut gefällt ist die farbliche Hinterlegung der Seiten:

 

Um ein vernünftiges Browsen zu ermöglichen, sollte Lynx mit der Option -cookies gestartet werden:

~$ lynx -cookies [url]                                    #Syntax
~$ lynx -cookies http://mein.homelinux.com      #Beispiel

 

Die Bedienung erfolgt komplett über die Tastatur. Weitere Optionen können wie folgt erfragt werden:

~$ man lynx

 

 

w3m

w3m (Projektseite, Wikipedia) unterstützt sowohl die Bedienung mit einer Maus als auch einen brauchbaren graphischen Modus. Auffällig ist die Unterstützung von Tabs, worauf ich in diesem Post allerdings nicht eingehen werde.

w3m ist bereits in einer Ubuntu Standartinstallation enthalten:

~$ sudo apt-get install w3m         #falls doch nicht vorhanden
~$ sudo apt-get install w3m-img #zur Anzeige von Grafiken

 

Die Nutzung erfolgt wie gewohnt:

~$ w3m [url]                               #Syntax
~$ w3m http://mein.homelinux.com      #Beispiel


Ich schätzte diesen Textbrowser vor allem auf Grund seiner sehr guten Integrierbarkeit in Bash-Skripte, mit dieser Option gibt w3m den Code der Webseite aus:

~$ w3m -dump_source [url]   #Syntax

....wobei andere Textbrowser dies natürlich auch unterstützen. Die Ausgabe kann direkt über eine Pipe (|) an andere Programme übergeben werden:

~$ w3m -dump_source http://test.tld | grep Test | cut -d "<" -f 4

 

Auch kann man mit w3m den HTTP-Header auslesen:

~$ w3m -dump_head [url]     #Syntax

~$ w3m -dump_head http://mein.homelinux.com #Beispiel
Received cookie: cdf6b0113b3bdf0c67a506ee67ccc361=oq9s1git8i4b3l4r4i9qqjgu71
HTTP/1.1 200 OK
Date: Sun, 17 Apr 2011 12:47:45 GMT
Server: Apache
X-Powered-By: PHP/5.3.2-1ubuntu4.7
Set-Cookie: cdf6b0113b3bdf0c67a506ee67ccc361=oq9s1git8i4b3l4r4i9qqjgu71; path=/
P3P: CP="NOI ADM DEV PSAi COM NAV OUR OTRo STP IND DEM"
Expires: Mon, 1 Jan 2001 00:00:00 GMT
Last-Modified: Sun, 17 Apr 2011 12:47:45 GMT
Cache-Control: post-check=0, pre-check=0
Pragma: no-cache
Vary: Accept-Encoding,User-Agent
Content-Encoding: gzip
Content-Length: 20
Connection: close
Content-Type: text/html; charset=utf-8

....und ihn anschließend analysieren.

 

Der graphische Modus funktioniert allerdings nur in einem xterm (auch in anderen Terminals, leider kein Gnome-Terminal), auch hier wird ein X-Server/Framebuffer benötigt:

~$ xterm                                         #xterm starten und folgendes darin ausführen...
~$ w3m [url]       #Syntax
~$ w3m http://mein.homelinux.com      #Beispiel

....und sieht wie folgt aus:

 

Weitere Optionen gibt w3m mit folgendem Befehl aus:

~$ w3mman

 

 

ELinks

Dieser Textbrowser (Projektseite, WIkipedia) ist wie Links2 ein "Nachfahre" von Links. Er unterstützt Tabs, Tabellen und ist laut der Projektseite erweiterbar durch Lua oder Guile Skripte.

Auch hier ist die Installation nichts Neues:

~$ sudo apt-get install elinks

 

Die Benutzung folgt den bereits beschriebenen Textbrowsern:

~$ elinks [url]                                    #Syntax
~$ elinks http://mein.homelinux.com      #Beispiel

 

Mir gefällt an diesem Textbrowser die gute Menüführung. Das Menü ist wie bei Links2 über die Escape-Taste [Esc] erreichbar und sieht wie folgt aus:

 

Der integrierte Downloadmanager scheint ganz brauchbar zu sein (Annahme einer Datei):

Durch Eingabe von D kann man den Status der Downloads betrachten (Alternative: über Menü):

 

 

Fazit

Eines haben alle Textbrowser gemeinsam: Der Funktionsumfang kommt nicht an den eines richtigen Browsers heran. In bestimmten Situationen muss man allerdings auf jene zurückgreifen (defekter X-Server, Headless-System) um Web nach Problemlösungen suchen zu können bzw. div. Files herunterzuladen. Außerdem finden Textbrowser in Webcrawlern und Skripten Einsatz.

 

So setzte ich die Textbrowser ein:

  • Ich verwende als Textbrowser für zwischendurch so gut wie immer Links2, da er von der Darstellung und Bedienbarkeit am ehesten an einen richtigen Browser herankommt.
  • In Skripten und zur Überprüfung eines HTTP-Headers setzte ich auf w3m.
  • ELinks und Links2 liefern beide brauchbare Downloadmanager, von denen ich bis jetzt leider nur Links2 genutzt habe. Bei Downloads werde ich auf jeden Fall in Zukunft zu ELinks greifen.
  • Lynx ist einfach der Klassiker unter den Textbrowsern, auch wenn er mir nicht besonders zusagt. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf jenen, da er unzählige nützliche Optionen besitzt.


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